Sektion Bildung und Erziehung

Sektion der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

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Wo Bildung und Gesellschaft zusammen gedacht werden.

Willkommen auf den Seiten der DGS-Sektion Soziologie der Bildung und Erziehung!

Die Sektion Bildung und Erziehung ist das Forum für bildungssoziologische Forschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Sie bietet Raum für theoretische, empirische und methodische Debatten, vernetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Karrierestufen und macht aktuelle Forschung zu Bildung, Erziehung und Gesellschaft sichtbar. Dazu veranstaltet die Sektion regelmäßig wissenschaftliche Tagungen, beteiligt sich an den Kongressen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und gibt eine eigene Buchreihe heraus.

Sprecher*innen:

PD Dr. Oliver Winkler 
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
Wilhelmsplatz 3
96047 Bamberg
oliver.winkler@lifbi.de

Prof. Dr. Jana Heinz
Hochschule München
Professorin für Methoden der empirischen Sozialforschung
Am Stadtpark 20
81243 München
jana.heinz@hm.edu

Weitere Mitglieder des Vorstands:

PD Dr. Angela Graf
Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation - bidt
Gabelsbergerstr. 4
80333 München
angela.graf@bidt.digital

Dr. Mona Granato
Bundesinstitut für Berufsforschung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
granato@bibb.de

Dr. Maria Keil
DFG-Graduiertenkolleg 'Doing Transitions'
Eberhard Karls Universität Tübingen
Münzgasse 22-28
72070 Tübingen
maria.keil@uni-tuebingen.de

Prof. Dr. Martin Neugebauer
Professor für Bildungssoziologie
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe
martin.neugebauer@ph-karlsruhe.de

Prof. Dr. Janna Teltemann
Professorin für Bildungssoziologie
Universität Hildesheim
Institut für Sozialwissenschaften
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim
telteman@uni-hildesheim.de

Was ist Bildungssoziologie?

Welche Funktionen erfüllt das Bildungssystem in modernen Gesellschaften, und wie trägt es zur Reproduktion der sozialen Ordnung bei? Warum gehen Kinder aus Nichtakademikerfamilien seltener aufs Gymnasium - und was kann dagegen getan werden? Und welche Folgen haben Bildung und Bildungsabschlüsse für politische Beteiligung, Arbeitsmarktchancen oder gesellschaftlichen Zusammenhalt? 

Mit diesen und vielen weiteren Fragen befasst sich die Bildungssoziologie. Sie untersucht das Zusammenspiel von Bildung und Gesellschaft. Im Zentrum steht, wie soziale Herkunft, Geschlecht, Migration, Region, politische Rahmenbedingungen und institutionelle Strukturen den Zugang zu Bildung prägen. Ebenso interessiert, wie Bildungsentscheidungen, Bildungswege und Bildungsungleichheiten entstehen und welche Folgen Bildungserfahrungen, Kompetenzen und Zertifikate für Lebensläufe, soziale Positionen und Gesellschaften haben. Kurzum: Bildungssoziologie betrachtet Bildung nicht nur als individuellen Lernprozess, sondern als gesellschaftliche Institution. Der bildungssoziologische Blick reicht dabei über einzelne Institutionen hinaus und umfasst den gesamten Bildungsverlauf: familiale Frühprägung und frühkindliche Bildung, Schule, Berufsausbildung, Hochschule, Weiterbildung und lebenslanges Lernen, in formalen ebenso wie in nicht-formalen Kontexten. Zugleich untersucht die Bildungssoziologie den Wandel von Bildungssystemen und Bildungsbeteiligung, oft historisch oder international vergleichend. Methodisch ist das Feld breit aufgestellt: Neben der heute besonders sichtbaren quantitativ-empirischen Forschung stehen qualitative und theoretische Arbeiten mit unterschiedlichen theoretischen Zugängen. 

Historisch reichen die Wurzeln der Bildungssoziologie bis zu den Klassikern der Soziologie zurück. Schon Émile Durkheim, Max Weber, und Georg Simmel beschäftigten sich mit Bildung und Erziehung als gesellschaftlichen Prozessen. In Deutschland gewann die Disziplin besonders seit den 1950er- und 1960er-Jahren an Bedeutung, als Fragen nach Bildungsreformen, sozialer Öffnung und „Bildung als Bürgerrecht“ (Ralf Dahrendorf) öffentlich und wissenschaftlich drängend wurden. Der ältere Begriff der Erziehungssoziologie verweist auf die enge Verbindung von Bildung, Erziehung und Sozialisation; heute wird meist von Bildungssoziologie oder soziologischer Bildungsforschung gesprochen.

Die Bildungssoziologie ist nicht nur eine „Bindestrich-Soziologie“, die sich mit einem besonders zentralen Aspekt von Gesellschaften befasst.  Sie ist zugleich Teil der interdisziplinären Bildungsforschung, unterscheidet sich von anderen Disziplinen jedoch durch ihren spezifischen Blick auf gesellschaftliche Strukturen, soziale Gruppen, Institutionen, Ungleichheiten und die Folgen von Bildung. Sie fragt weniger danach, wie einzelne Menschen lernen, sondern warum bestimmte Gruppen systematisch bessere oder schlechtere Bildungschancen haben, wie Bildungssysteme oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen solche Muster hervorbringen oder verändern, und was Bildung für Demokratie, Integration, soziale Mobilität und Lebensgestaltung bedeutet. Die Bildungssoziologie bereichert die interdisziplinäre Bildungsforschung jedoch nicht nur durch diese gesellschaftliche Perspektive, sondern auch in theoretischer Hinsicht: Viele Arbeiten der Bildungsforschung greifen auf soziologische Theorien und Konzepte zurück. Dazu zählen etwa die Theorie der kulturellen Reproduktion und die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Herkunftseffekten.

Angesichts aktueller gesellschaftlicher Veränderungen gewinnt der soziologische Blick auf die gesellschaftlichen Bedingungen und Folgen von Bildung weiter an Bedeutung. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Krisen und Konflikte, Migration, demografischer Wandel, oder die Gefährdung der Demokratie verändern die Anforderungen an Bildungssysteme. Die Bildungssoziologie fragt, welche Chancen und Risiken mit diesen Entwicklungen verbunden sind, welche Ungleichheiten sich verschärfen oder neu hervorgebracht werden und wie Bildung dazu beitragen kann, Teilhabe, Mündigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu ermöglichen.

Hier gelangen Sie zur Geschäftsordnung.

Bitte senden Sie uns Ihre Hinweise für die Rundmail der Sektion an rundmail@bildungssoziologie.de. Vielen Dank!


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