Soziologische Netzwerkforschung

Sektion der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

 

Tagungen


Tagungsankündigungen

 


Frühjahrstagung 2020 in Bremen


Vom 6.-7. Februar 2020 findet die Frühjahrstagung der Sektion an der Universität Bremen statt.

 

Organisatoren:

Raphael H. Heiberger (U Stuttgart) (raphael.heiberger@uni-stuttgart.de)

Betina Hollstein (U Bremen /SOCIUM) (betina.hollstein@uni-bremen.de)

 

 

CfP, Tagungsprogramm und Tagungsanmeldung

Hier geht es zum Download des Calls for Paper und des Tagungsprogramms.

Aufgrund begrenzter Raumkapazitäten werden Interessierte gebeten, sich zur Tagung anzumeldenbuero-hollstein@uni-bremen.de (first come first serve).

 

Tagungsthema: How networks matter. Theoretical, methodological and empirical advances on network mechanisms and effects

"The hallmark of network analysis," as stated by Edward O. Laumann, "is to explain, at least in part, the behavior of network elements … by appeal to specific features of the interconnections among the elements" (1979, p. 349). Ever since numerous studies have provided evidence for the impact of social networks on individual and collective action. Prominent network studies link the structure of relationships to attitudes and behavior of actors, such as the effect of social networks on academic prestige, economic success, diffusion of ideas, business innovation, finding employment, participation in social movements or family formation. Networks can affect behavior through social capital or social support or by means of social influence. Social influence can take various forms, such as contagion through actual personal contact or diffusion through structural equivalence (Burt 1987, Valente 2010). Channels of social influence can be social learning, social pressure, subjective obligation (Bernardi 2004, Keim et al. 2009) or different ways of brokerage and structurally connecting actors (Gould/Fernandez 1994, Passy 2004, Burt 2007, Obstfeld et al. 2013). Social capital and social support, too, can take different forms and work through different mechanisms, such as direct or buffering effects of social support, feedback processes, the invisible hand of social capital (Lin/Ao 2008) or unanticipated gains of social relationships (Small 2009). Influence can work through strong relationships, as family or friendship ties, but also via weak, hierarchical or competitive ties (Granovetter 1973, Burt 1987, Marsden/Friedkin 1993, Small 2009, Lin/Erickson 2010).

Social Network Analysis comprises a multitude of data and methods to investigate network effects. Today’s increased technical possibilities, rapid methodological advancements and the growing availability of longitudinal and big data allow researchers to study networks on different scales by using various methods stemming from social research, computational and natural sciences. Besides, small-scale qualitative studies provide rich data on the practices and perceptions of individual actors, and contexts of social action.

Nevertheless, there are still a lot of open questions with regard to the processes and mechanisms of how social networks matter and the conditions and contexts of networks effects. For instance, theoretical challenges are the modeling of the source and nature of social influence and network effects, and distinguishing between effects of media, the social environment and specific influencing individuals (Kadushin 2012). Still, a basic question is how interactional networks contribute to constructing reference groups as important aspects of social comparisons and social influence (Marsden/Friedkin 1993). Methodological challenges concern establishing causality and disentangling of influence and selection processes, among others.

At the conference we will discuss theoretical, methodological and empirical challenges and advances in the study of network processes, mechanisms and effects. Especially, we would like to create the opportunity for exchange and dialogue between different, and often disconnected, theoretical perspectives and methodological approaches to research on social networks. We invite papers contributing to the following topics:

  • Theoretical concepts and models of the ways social networks affect individual and collective action;
  • Methodological considerations and methodical advances on how to investigate social influence, network mechanisms and network effects, such as the smart combining of methods (multi-methods, mixed methods);
  • Ways of treating the promises and problems arising from causality and the concurrency of influence and selection processes;
  • Empirical studies on network effects and mechanisms in various areas of network research, such as personal networks, organizational networks, or social movements.

 

Keynote: Mario L. Small (Harvard University)

Die Konferenzsprache ist Englisch.


 

 

 

Tagungsarchiv

 


EUSN 2019 in Zürich


Vom 9. bis 12. September 2019 fand die 4. European Conference on Social Networks (EUSN 2019) in Zürich statt. Wegen zeitlicher Überschneidung wurde auf eine eigene Herbsttagung der Sektion verzichtet. Statt dessen wurden die Mitglieder der Sektion gebeten, sich auf der EUSN zu präsentieren. Die Sektion hatte ein gemeinsames Abendessen am 9. September organisiert und am 11. September den Preis für den besten Fachaufsatz 2019 (Nachwuchspreis) an den Preisträger David Kretschmer verliehen.

 


Kölner Netzwerktagung 2019


Vom 14.-15. Februar 2019 fand die 2. Kölner Netzwerktagung bzw. die Frühjahrstagung der Sektion in der GESIS in Köln statt. Hier geht es zum Download des Programms.

 

Organisatoren:

Haiko Lietz (GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften)

Markus Gamper (Universität zu Köln)

Lea Ellwardt (Universität zu Köln)

 

Tagungsthema: Brüche der Ordnung: Wendepunkte in sozialen und kulturellen Netzwerken

Ordnung ist eine Eigenschaft soziokultureller Formationen auf der Makroebene. Sie geht aus Transaktionen unter Systemkomponenten auf der Mikroebene hervor. Das Verhalten des Systems kann unverändert bleiben, auch wenn seine Komponenten variieren. Beispielsweise kann eine Kultur durch wechselnde Personen am Leben gehalten werden. Ein Bruch ist die zeitliche Ablösung einer vorhandenen Ordnung durch eine neue Ordnung. Brüche gibt es im Kleinen, in Karrieren und Biografien, wie im Großen, in der Evolution von Organisationen und Feldern. Brüche sind nichtlineare Phänomene, das heißt die neue Ordnung hat eine Qualität, die nicht durch das Aufsummieren des Verhaltens der Komponenten erklärt werden kann. Wegweisend hierzu sind Arbeiten zu Wendepunkten und der Bedeutung von Prozessen von Andrew Abbott und Harrison White sowie zu den Mechanismen von Innovation, organisationaler und systemischer Erfindung von John Padgett, Walter Powell und David Stark.

Brüche stellen eine Herausforderung für die Netzwerkforschung sowie die Sozialwissenschaft dar, denn sie erfordern die Analyse zeitlicher Strukturen sowie das Hinterfragen von Linearitätsannahmen. Für die 2. Kölner Netzwerktagung suchen wir Vortragsbeiträge, die sich beschreibend oder modellierend den Wendepunkten in sozialen und kulturellen Netzwerken nähern. Beschreibende Beiträge schildern Brüche der Ordnung in beliebigen soziokulturellen Kontexten – von Individuen über Gruppen bis hin zu Organisationen oder noch größeren Formationen. Wie äußern sich Brüche? Welche Bedeutung haben sie? Welche internen oder externen Ursachen oder Folgen haben sie? Wie werden Brüche vermieden oder hervorgerufen? Inwieweit sind sie vorhersagbar oder reversibel? Modellierende Beiträge nähern sich den Mechanismen der Veränderung. Wie lassen sich Wendepunkte konkret modellieren? Wie wirken sie sich auf das System und seine Komponenten aus? Welche Schwierigkeiten gibt es hinsichtlich der Verwendung etablierter (linearer) Modelle? Für die Annahme von Vortragsbeiträgen ist neben Originalität jeweils die Verwendung von relationalen Methoden und Theorien entscheidend.

Die 2. Kölner Netzwerktagung ist die Frühjahrstagung der Sektion „Soziologische Netzwerkforschung“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Die Tagung wird am 14. und 15. Februar 2019 in Köln in den Räumen von GESIS – Leibniz-Institut für
Sozialwissenschaften stattfinden. Die Tagungssprache ist deutsch, aber einzelne Beiträge können auf Englisch vorgetragen und diskutiert werden. Interessenten werden gebeten, ihre Abstracts (250-350 Wörter, wenn möglich mit einer Abbildung) bis 1.
November 2018
an folgende E-Mail zu senden: m.gamper(at)uni-koeln.de. Hier geht es zum Download des Call for Paper.

 


DGS-Kongress 2018: Veranstaltungen der Sektion


Vom 24. bis 28.9.2018 fand der 39. DGS-Kongress in Göttingen statt. Die DGS-Sektion „Soziologische Netzwerkforschung“ war mit mehreren Veranstaltungen vertreten. Hier geht es zum Tagungsprogramm des DGS-Kongresses.

 

1. Nachmittagsveranstaltung "Aktuelle Entwicklungen in der Netzwerkforschung"
organisiert von Lea Ellwardt, Andreas Herz und Sören Petermann
Dienstag, 25.9., von 14.15 bis 17.00 Uhr Raum OEC 0.169
 
Vorträge:
  • Bettina Isengard, Ronny König & Marc Szydlik: Wer hat, dem wird gegeben? Zur intergenerationalen Vererbung von Ungleichheit in Familiennetzwerken
  • Per Kropp: Soziale Ressourcen und die Wahl des Ausbildungsberufs
  • Sebastian Prechsl & Gerhard Krug: Welche Rolle spielen soziale Netzwerke in der Beziehung von Arbeitslosigkeit und Gesundheit? Eine Fixed-Effects-Regressionsanalyse
  • Philip Roth & Katharina Scheidgen: Eigenlogiken der Netzwerkgenese – Von der systematischen Bedeutung kontextspezifischen Wissens über legitime Praktiken für die Genese von Netzwerken im Innovationsprozess
  • Pavel Dimitrov Chachev: Zufall im echten Leben? Wie Zufallsnetzwerke ein romantisches Netzwerk modellieren
 
2. Mitgliederversammlung der Sektion
Dienstag 25.9., 17.15 bis ca. 18.30 Uhr Raum OEC 0.169
  • Tätigkeits- und Finanzbericht
  • Vorstellung der KandidatInnen für die Vorstandswahl
  • Planungen zur Frühjahrstagung in Köln
 
3. Empfang der Sektion (mit Sekt, Saft und Brezeln)
Dienstag 25.9., ca. 18.30 Uhr Raum OEC 0.169
 
4. Gemeinsames Abendessen in einem Restaurant in der Göttinger Innenstadt
Dienstag 25.9., ca. 19.30 Uhr
 
5. Nachmittagsveranstaltung "Computational Social Science und Netzwerkforschung"
organisiert von Jan Fuhse und Mark Lutter
Mittwoch 26.9., 14.15 bis 17.00 Uhr Raum ZHG 006
 
Vorträge:
  • Marc Keuschnigg, Martin Arvidsson, Peter Hedström: Mechanisms of Diffusion: Finally, Someone Connects Macro-Level Diffusion Curves to Micro-Level Estimates of Peer-Influence (on Spotify)
  • Mark Lutter: Anomie oder Ansteckung? Selbstmorde prominenter Persönlichkeiten und der Werther-Effekt
  • Florian Muhle: Probleme und Möglichkeiten der automatisierten Untersuchung politischer Kommunikationsnetzwerke auf Twitter
  • Roger Häußling: Eine Relationale Soziologie des Datenhandlings. Daten als Schnittstellen zwischen algorithmischen und sozialen Prozessen
  • Sophie Mützel, Alex Flückiger: Text as data für die Soziologie: Einblicke in globale Herausforderungen Jan Riebling: Das „Medium Data“ Problem in prozessgenerierten Netzwerkdaten